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Lediglich Kreuze und Grablichter weisen in der Regel auf die Verkehrstoten hin, die auf den Straßen der Eifel ihr Leben verloren haben. Beim Crash Kurs NRW, einer Präventionsveranstaltung der Polizei, haben die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Eifel erfahren, welche Schicksale sich hinter jedem einzelnen Fall verbergen. „Statistisch trauern rund 100 Menschen um ein Unfallopfer“, erklärte Polizeihauptkommissar Tido Janssen, der mit ruhigen Worten zu den einzelnen Schilderungen überleitete.

Polizisten, Rettungsassistenten und Feuerwehrleute - alle die bei einem Unfall an der Rettungskette beteiligt sind, gaben den hoch konzentrierten Jugendlichen am 13. März 2019 in der vollbesetzten Aula einen Eindruck ihrer Arbeit. So sehr der eigentliche Unfallhergang sich auch wie aus dem Polizeibericht las, so wenig hatten die Unfälle die Rettungskräfte unbeeindruckt gelassen. So etwa Notfallsanitäter Dirk Klein, der bereits mehr als 26 000 Einsätze begleitet hat und dann zu einem Zweiradunfall zwischen Bad Münstereifel und Schuld an der Ahr ausrücken musste. Wegen überhöhter Geschwindigkeit waren zwei Motorradfahrer so stark mit einem Pkw mit Pferdeanhänger kollidiert, dass sie unter dem Anhänger lagen und schließlich nur noch tot geborgen werden konnten. Tragisch: Der Bruder eines der Opfer, der mit dem anderen Opfer gut befreundet war, hatte auf beide gewartet, und traf am Unfallort ein, als der Tod beider feststand. „Führt Euch den Paragraphen eins der Straßenverkehrsordnung stets vor Augen und fahrt vorsichtig und mit Rücksichtnahme auf die anderen Verkehrsteilnehmer“, appellierte Klein an die Jugendlichen.

Diese waren von den Schilderungen der Unfälle, die sich alle im Eifelumfeld ereignet hatten, sichtlich beeindruckt. Einige verließen auch den Saal und wurden dann von Sozialarbeitern aufgefangen.

Auch die Schilderung des Polizeibeamten Marco Herschbach, führte den Schülerinnen und Schülern vor Augen, dass das Leben von einem auf den anderen Moment ein anderes sein kann. Auf dem Heimweg von der Polizei-Wache in Schleiden war er mit seinem Roller auf der Wallenthaler Höhe von einem Pkw erfasst worden. Er zog sich schwere Brüche an den Beinen zu. Nach insgesamt zehn Operationen und langen Krankenhausaufenthalten, kann er nach fast eineinhalb Jahren wieder arbeiten. „Zurzeit bin ich im Innendienst und werde den Streifendienst, den ich so geliebt habe, nicht mehr ausüben können“, erklärte Herschbach unter Tränen.

Text und Bilder: Bernadette Scheurer

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