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06:30 Uhr, der Wecker klingelte. Heute ging es endlich nach langer Vorfreude nach Belfast in  Nordirland. Nach der ganzen Organisation mit der Unterkunft, dem Betrieb, der Schule und natürlich dem Flug, freute ich mich sehr darauf, um 10:30 Uhr im Flieger zu sitzen. Also machte ich mich auf den Weg zum Flughafen Köln-Bonn, Gepäck ins Auto und los. Kaum am Flughafen angekommen, war das Gepäck bereits aufgeben und ich eingecheckt (als schlauer Fuchs hatte ich mich bereits vorher mit dem Handy selbst eingecheckt). Jetzt hatte ich noch genug Zeit, um einen Kaffee zu trinken und durch die Sicherheitskontrolle zu gehen. „Sicherheitshinweis…Bitte lassen Sie ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt“, dröhnte es gefühlt alle 5 Minuten durch die Lautsprecher. Nun hieß es, wo muss ich lang? Gate…wo war nochmal mein Gate? Kurzer Blick auf die Bordingkarte und weiter ging es. 10:00 Uhr, das Boarding hatte begonnen. Sitzplatz suchen, anschnallen, Flugmodus im Handy einschalten, den Sicherheitshinweisen zuhören - Irland ich komme.

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„Willkommen in Irland. Endlich in Dublin angekommen. Wer jetzt aufgepasst hat und sich etwas mit Erdkunde auskennt, wird gemerkt haben, dass hier etwas nicht stimmt… wollte ich nicht nach Belfast, Nordirland? Und nicht nach Dublin, Irland? Ja, mein Ziel war Belfast, aber versuch mal, einen guten Flug von Köln-Bonn nach Belfast zu buchen. 

Nachdem ich meinen Koffer vom Rollband geschnappt hatte, ging es weiter zum Geldwechseln. (Tipp: Geld am Besten im Zielland wechseln!). Ab jetzt hieß es “You can only talk in english, because nobody understands German“. Zunächst machte ich der Dame am Schalter klar, dass ich gerne 50£ haben möchte (Info am Rande, in Irland kann man mit Euro oder Pfund bezahlen, in Nordirland nur mit Pfund). Von Dublin ging es mit dem Bus weiter nach Belfast. 

In Belfast angekommen, wurde ich von InternEurope freundlich empfangen und zu meiner Gastmutter gefahren. Bei meiner Gastmutter angekommen, hatten wir uns gegenseitig vorgestellt, geredet und schließlich etwas gegessen, bevor ich sagte das ich schlafen gehe, um mich von dem langen Tag zu erholen.

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Am nächsten Montagmorgen: 09:00 Uhr Sprachschule. In jedem Auslandspraktikum von InternEurope und Arbeit & Leben, ist ein Sprachkurs Teil des Programms. Über den Sprachkurs gibt es nur zu sagen: SUPER! Er macht Spaß, ist auf dein persönliches Englischlevel angepasst und bringt dir den Irischen-Slang, etwas Kultur und Geschichte näher. Ohne den Sprachkurs hätte ich zum Beispiel Wörter wie: „Crack on“ (continue on), „Feck Off“ (Go away) oder „ ‘mon “(come on), „’mere” (come here) oder auch „aye” (yes), nicht verstanden.  Nach dem Sprachkurs hatten wir Praktikanten von InternEurope eine kurze Einführung und einen Rundgang durch Belfast bekommen. Außerdem habe ich eine Busfahrkarte spendiert bekommen, damit ich mich in Belfast ohne Probleme bewegen kann. 

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Die restliche Woche fing für mich mit einem kurzen Spaziergang durch den nahegelegenen Park an, von da aus ging ich zum Sprachkurs und vom Sprachkurs ging es erstmalig am Dienstag zur Arbeit. Die Arbeit war recht entspannt und in 5 Minuten Fußweg von meiner Gastfamilie entfernt, sodass man es 3 Wochen sehr gut aushalten konnte. Es war ein recht kleiner Betrieb, kleiner als die typischen Betriebe, die wir hier in Deutschland gewohnt sind.  Da ich eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann im Bereich Elektronik mache, war ich auch dort in einem Betrieb, der meinem Betrieb ähnelt. An Verpflegung hat es in dem Betrieb nicht gemangelt. Mein Chef hat immer für Wasser, ein paar Snacks für zwischendurch und für Mittagessen gesorgt und es bezahlt. 

Da es bei dem Auslandspraktikum nicht nur um das Arbeiten im Ausland geht, sondern auch um Sightseeing und die irische Kultur, hatte ich nach der Arbeit (16:30 Uhr) und am Wochenende Zeit, um Belfast auf eigene Hand zu erkunden. Dabei verschlug es mich dienstags, mit Freunden, die ich dort kennengelernt hatte, ins Kino und danach in ein nahegelegenes Restaurant.

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Auch die Besuche im Pub kamen nicht zu kurz. Ob man nun Guinness (welches recht bitter schmeckt) oder Harp (ähnelt sehr stark unserem heißgeliebtem Kölsch) trinkt liegt an jedem selbst. Auf jeden Fall gehört ein Besuch im Pub dazu, wenn man in Irland ist. 

Am Wochenende habe ich mich den typischen Sightseeing Hotspots gewidmet.

Den Film zu meinem ersten Hotspot kennt fast jeder und hat fast jeder auch mindestens einmal gesehen, als Tipp gebe ich ein Teil des Filmsoudtracks vor: „Once more you open the door and you're here in my heart, and my heart will go on and on“ Erkannt? Genau, es ist das Lied aus Titanic! 

Was nur wenige wissen, das Schiff Titanic oder wie es bis zum Untergang hieß Schiff No.401 von Harland & Wolff, welches zur White Star Flotte gehörte, wurde in Belfast gebaut und ist auch von dort ausgelaufen. “Built by Irishmen, sunk by Englishmen“, beschreibt die Tragödie meiner Meinung nach sehr gut. Im Titanic Museum wird sehr gut dargestellt, wie die Idee zur Titanic entstanden ist, wo das Schiff gebaut worden ist, was beim Bau passiert ist und wie nach der Tragödie das Wrack der Titanic wiedergefunden wurde. Auch der hinter dem Museum liegende Platz verdeutlich die Größe und die Tragödie sehr gut. Ein Muss für alle Titanic Liebhaber. 

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Für die, die nicht auf Schnulzen stehen und etwas mehr Action brauchen, hat Belfast natürlich auch etwas zu bieten. Dabei ist die Rede von der Serie „Game of Thrones“ welche in Belfast zum größten Teil gedreht wurde. Bei einer GoT-Tour durch Nordirland, etndeckt man die verschiedensten Drehorte und -plätze. Dabei sind zum Beispiel die „Dark Hedges“ oder die „Cushendun Caves“.  Bei einer GoT-Tour sieht man nicht nur die Schauplätze der Fernsehserie, sondern auch den „Giants Causeway“ und die „Carrick-a-Rede Rope Bridge"

In Belfast selbst gibt es einen Zoo, ein sehr altes Gefängnis mit einem unterirdischen Tunnel zum Gerichtshof auf der gegenüberliegenden Seite, einige Museen, einen botanischen Garten und einiges mehr zu sehen. 

So, nun habe ich genug Reiseführer gespielt. Nach 3 Wochen, sehr vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken, neuen Bekanntschaften und Freunden, ging es für mich am 03.08.2018 zurück nach Deutschland. Also alles, was ich mitgebracht hatte wieder ab ins Gepäck, ab in den Bus nach Dublin und in den Flieger nach Deutschland.  Ich sage bye bye Belfast, bye bye Nordirland und auf ein nächstes Mal. 

Zum Ende möchte ich jedem, der die Chance auf ein Auslandspraktikum, ein Schüleraustausch, oder einfach die Möglichkeit zu reisen, aber vielleicht etwas Angst vor dem Unbekannten hat, folgendes mit auf dem Weg geben: Reist so viel ihr könnt. Nehmt so viel mit wie ihr könnt. Nutzt jede Chance, die ihr bekommen könnt. Seid einfach offen für alles und vor allem für Neues. Es sind Erfahrungen, die euch niemand nehmen kann. Und bedenkt immer:

“Jobs fill your pockets, adventures fill your soul”

In diesem Sinne Tschüss, Au revoir, Arrivederci und Goodbye!

Timo Schäfer (EH17B)

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