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Am 19.11.2015 besuchte Herr Daniel Land von der Deutschen Bundesbank (Filiale Köln) die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13 des Wirtschaftsgymnasiums, um ihnen im Rahmen eines zweistündigen Vortrages die Grundzüge der Geldpolitik im Euroraum zu vermitteln.

 

Die Geldpolitik ist aktuell der Lernstoff des VWL-Unterrichts in der Jahrgangsstufe 13, so dass Herr Land als Experte aus der Praxis mit seinem anschaulichen Vortrag, der auf Interaktion mit den Schülerinnen und Schülern angelegt war, diese Unterrichtsinhalte sehr gut ergänzen und vertiefen konnte.


Zunächst erklärte Herr Land das Hauptmandat des Europäischen Systems der Zentralbanken, die Sicherstellung der Preisniveaustabilität, mit ihren Rahmenbedingungen (Unabhängigkeit und Verbot unmittelbarer Kreditvergabe an öffentliche Haushalte). Anschließend erklärte er die Zwei-Säulen-Strategie der europäischen Zentralbank (einerseits die Analyse der Realwirtschaft anhand von Preis- und Kostenindikatoren, Konjunktur- und Fiskalindikatoren sowie Finanzmarktindikatoren und andererseits die Analyse der monetären Entwicklung). 


Im Zentrum des Vortrages standen die Instrumente der Geldpolitik. Ausgehend von einer Darstellung des Transmissionsmechanismus (Wirkungsweise der Geldpolitik) erklärte Herr Land den Schülerinnen und Schülern das geldpolitische Instrumentarium des Eurosystems im Einzelnen (Offenmarktgeschäfte, Ständige Fazilitäten, Feinsteuerungsoperationen, Ankaufprogramme von Wertpapieren (z. B. QE-Programm oder OMT-Programm), Mindestreservepolitik). Dabei ging Herr Land auch immer wieder auf aktuelle Entwicklungen ein, beispielsweise dass das Eurosystem im Zuge der Finanz- und Bankenkrise vom (amerikanischen) Zinstenderverfahren wieder zu Mengentendern zurückgegangen sei, angesichts der aktuellen Lage auf den Finanzmärkten nun aber mit Vollzuteilung.


Im letzten Teil seines Vortrages gab Herr Land einen Überblick über die die geldpolitischen Operationen in den vergangenen Jahren und illustrierte dies mit der Entwicklung der Zentralbankzinsen (Spitzenrefinanzierungsfazilität, Tagesgeldsatz (EONIA), Hauptrefinanzierungs­geschäft (Leitzins), Einlagefazilität) und der Bankenzinsen im Kreditgeschäft.

 

Herr Land, der vor kurzem seinen betriebswirtschaftlich orientierten Studiengang „Zentralbankwesen/Central Banking“ an der Hochschule der Deutschen Bundesbank in Hachenburg im Westerwald erfolgreich mit dem Bachelor of Science abgeschlossen hat, stand den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 13 im Anschluss an seinen Fachvortrag auch noch für Fragen rund um die dualen Studiengänge bei der Deutschen Bundesbank zur Verfügung.

 

Wir bedanken uns bei Herrn Land für seinen anschaulichen und engagierten Vortrag und hoffen, dass er uns im nächsten Jahr wieder besucht, wenn für die dann neue Jahrgangsstufe 13 wieder die Geldpolitik auf dem Lehrplan steht.

Text: Udo Franken

Fotos: Jochen Engels