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Experte der Bundesbank schult am 14. November 2018 angehende Einzelhändler zum Thema Falschgeld

Auf den ersten Blick sieht der 30-Euro-Schein einem 20-Euro-Schein zum Verwechseln ähnlich. Diese Fälschung ließe sich doch leicht erkennen, meinen die Auszubildenden im Einzelhandel. „Das ist kein Witz, mit diesem Schein wurde in einem Kiosk in Köln eine Packung Zigaretten gekauft“, erklärte Martin Dohmgörgen, Falschgeldbeauftragter bei der Kölner Filiale der Deutschen Bundesbank.

Zum zweiten Mal war der Experte am Berufskolleg Eifel zu Gast, um angehende Einzelhandelskaufleute und Verkäufer über Falschgeld zu informieren.

Gerade über den Einzelhandel gelangen gefälschte Geldscheine in den Umlauf. Vorrangig konzentrieren sich die Fälscher auf 50er und 20er. „Das lohnt sich eher und man bekommt schneller echtes Geld zurück“, mutmaßte eine Schülerin.

Dabei lassen sich besonders auch die neuen Geldscheine an einigen Merkmalen genau vom Falschgeld unterscheiden. So erkennt man nur bei echten 50-Euro-Scheinen in der 50 einen grünen, wandernden Schimmer, wenn man den Schein kippt. Zudem sind in den Hologrammen bei echten Scheinen in der Bewegung zentrierte Kreise erkennbar. „Das können auch gute, gefälschte Hologramme nicht“, so der Fachmann. Und auch das gute alte Wasserzeichen, das Verschwinden müsse, wenn man den Schein auf einen dunklen Untergrund lege, sei ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal.

Dann ging es an den Selbstversuch: Der Falschgeldbeauftragte ließ die Schülerinnen und Schüler „Blüten“ und echte Geldscheine vergleichen. Teilweise erkannte man die Fälschung sofort, teilweise musste man mehrere Kriterien überprüfen, um wirklich sicher gehen zu können.

Martin Dohmgörgen ermutigte die Auszubildenden beim Verdacht, dass es sich bei einem Schein um Falschgeld handeln könne, diesen nicht zu akzeptieren. „Rufen Sie dann die Polizei, nehmen sie die Personalien und auch die Kontonummer des Kunden auf“, so Dohmgörgen. Sollte die Prüfung ergeben, dass es sich doch nicht um eine Fälschung handele, erstatte man dem Kunden den Wert des Scheins. Bei einer Fälschung habe man jedoch Pech. „Es gilt das Vier-Augen-Prinzip“, so der Bundesbanker. Akzeptiert sei akzeptiert. „Auf keinen Fall dürfen sie wissentlich einen gefälschten Schein weitergeben“, mahnte er. Dies werde strafrechtlich verfolgt. „Und dann ist klar, dass sie dann nicht mehr der Tätigkeit nachgehen werden, die sie jetzt erlernen“, sagte Dohmgörgen.

„Ich hätte nie gedacht, dass es Fälschungen gibt, die man kaum von einem echten Geldschein unterscheiden kann“, erklärte ein angehender Einzelhändler nach der Falschgeldschulung. Ein genauer Blick lohne sich in jedem Fall.

Text und Bilder: Bernadette Scheurer

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