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Auszubildende des Caritasverbands Euskirchen e.V. und Schülerin des Berufskollegs Eifel erkundet Finnland. 

Moi, mein Name ist Tatjana Schmitt, ich bin 25 Jahre alt und absolviere grade eine zweite Ausbildung beim Caritasverband Euskirchen e.V. als Kauffrau für Büromanagement am Berufskolleg Eifel. Haben Sie sich über das Moi gewundert? Moi heißt einfach nur Hallo auf Finnisch. 

Eine Klassenkameradin erzählte mir, dass man an unserer Schule, dem Berufskolleg Eifel in Kall, die Möglichkeit bekommt ein finanziertes Auslandspraktikum zu machen. Zunächst war ich mir unsicher, ob ich es machen sollte, doch dann entschloss ich mich es zu wagen. Nun ging alles schnell: Verträge wurden unterzeichnet und die Einverständnis des Ausbildungsbetriebs, Caritasverband Euskirchen e.V., eingeholt. Meine Chefin war begeistert und gab mir die Chance diese einmalige Möglichkeit wahrzunehmen. 

Zwischen Abschlussprüfung und Umzug bereitete ich mich auf Finnland vor. Am 30.09.2016 ging dann der Flug von Düsseldorf nach Helsinki. Schnell machte sich Aufregung, Nervosität und Neugier breit. Wie wird es wohl dort sein? 

Gerade erst in Helsinki angekommen, auf geht die Suche nach dem richtigen Bus! Eine sehr nette Busfahrerin konnte mir zum Glück helfen. Ich musste rund 60 km mit dem Bus von Helsinki nach Lohja fahren. Dort wartete ich auf zwei Studenten aus Finnland, die mich dann zu meiner Unterkunft brachten. 

Die ersten Eindrücke: ca. 90 % der Finnen sprechen sehr gut Englisch, sind hilfsbereit und sehr freundlich. Eindruck der Unterkunft: eher ernüchternd, schmutzig und sehr ungemütlich. 

Zunächst lernte ich eine finnische Berufsschule Namens Luksia kennen, die in Lohja liegt. Die Berufsschule ist etwas anders, dort gibt es für alle Schüler jeden Tag ein kostenloses Mittagessen und gemütliche Ecken, wo Schüler sich entspannen können. Die Schule ist sehr modern und fortschrittlich. Bald darauf lernte ich meinen Praktikumsbetrieb kennen, die Firma Sappi, eine Papiermühle in der Nähe von Lohja. Die Firma war groß und wirklich fabelhaft. Safety First! Sicherheitsschuhe wurden neue gekauft, diese gehören nun mir persönlich. Ich kam in die Abteilung Kundenbetreuung, dort arbeiteten drei Personen, Marco (zuständig für Dummys), Peekka (zuständig für Großbestellungen) und Riikka (Leiterin Kundenbetreuung). Alle sprechen fließend Englisch. Zwischen der Arbeit gab es immer mal Zeit sich kennenzulernen. Mit meiner Vorgesetzten aus Finnland habe ich heute noch Kontakt. 

In meiner Freizeit konnte ich mich frei bewegen, also ging es ab in den Bus nach Helsinki, die größte Stadt im Umkreis. Dort gab es alles: Restaurants, Einkaufscentren, Museen und vieles mehr. Doch viel interessanter fand ich die Insel Suomenlinna, eine Festung, die sich über mehrere Inseln erstreckt ist. Dort gibt es nicht nur einfach eine Insel, die man sich ansehen kann, dort gibt es Museen und Restaurants und einige Menschen leben auch heute noch auf der Insel. 

Besonders schön war einfach die Landschaft in Finnland: es gibt viel unberührte Natur, viele Seen und Wälder. Für alle Menschen, die gerne nach draußen gehen, spazieren und einfach die Natur genießen ist Finnland genau der richtige Ort. Praktisch ist auch, dass die Läden auch sonntags geöffnet haben. Auch der heimische Lidl war dort vertreten. In Finnland kann man überall mit Karte zahlen, egal ob im Bus oder im Taxi. Das bargeldlose Zahlen ist dort sehr verbreitet. Lebensmittel sind sehr teuer im Vergleich zu Deutschland. 

Mein Fazit zum Praktikum nach drei Wochen: Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, konnte mein Englisch verbessern, etwas Finnisch lernen, habe viele freundliche Menschen kennengelernt und konnte eine atemberaubende Landschaft bewundern. 

Text und Bilder: Tatjana Schmitt