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„Der demografische Wandel macht sich auch hier bemerkbar“, klagte der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Nordrhein, Christoph Becker, beim Abschluss des 40. regionalen Jugendwettbewerbs in den gastronomischen Ausbildungsberufen in Kall. Die Zahl der Azubis bei den Restaurant- und auch bei den Hotelfachkräften sei rückläufig. Dass sei aber nicht nur in den Kreisen Euskirchen und Düren der Fall, sondern im ganzen Lande.

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Statt bisher 16 „Refas“ und „Hofas“ waren diesmal nur sieben beim Wettbewerb vertreten. Nicht die Grippewelle, sondern der Nachwuchsmangel wirke sich hier aus, berichtete auch Wettbewerbsleiter Sven Harms aus Euskirchen. Die Startplätze der Köche, die sich beim Wettbewerb nicht nur für die deutsche Meisterschaft, sondern auch für den begehrten Rudolf-Achenbach-Preis qualifizieren konnten, waren jedoch alle besetzt.

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Der Dehoga Nordrhein, der Club der Köche (CdK) Nordeifel und der Verband der Serviermeister, Restaurant- und Hotelfachkräfte (VSR) hatten den Wettbewerb um die Handelshof-Pokale im Kaller Berufskolleg Eifel ausgerichtet. Die Aufgaben der Azubis im dritten Lehrjahr waren vielfältig. Die Restaurantfachkräfte (Refas) mussten Fehler auf einem gedeckten Tisch erkennen, sie mussten Poularden tranchieren und Rumkirschen flambieren. Für das abendliche Prüfungsessen gehörte das Eindecken der Tische zu ihren Aufgaben. Dabei galt es, sechs verschiedene Serviettenformen zu brechen.

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Die Hotelfachkräfte (Hofas) mussten unter anderem ein Hemd bügeln und zeigen, dass sie auch einen Knopf annähen können. Weitere Aufgaben waren das Erkennen eines Fehlertisches sowie eine Fehlersuche in einem Hotelzimmer. Auch das Anfertigen von Blumengestecken oder die Gestaltung der Menükarten waren gefragt. Am Abend beim Prüfungsessen mussten Refas und Hofas den Gästen das von den Köchen zubereitete Vier-Gang-Menü an den Tischen servieren.
Den Köchen stand ein vorgegebener Warenkorb zur Verfügung, aus dem sie selbst ihr viergängiges Menü kreieren konnten. Zwingend vorgeschrieben waren die Verarbeitung von Lachsforelle, Rote Bete, Wirsing, Kartoffeln, Schweinefilet, Birnen und Ziegenfrischkäse. Weitere Lebensmittel aus dem Warenkorb konnten ebenfalls verwendet werden. Alle für den Wettbewerb benötigten Lebensmittel werden schon seit 2006 vom Rheinbacher Handelshof zur Verfügung gestellt, der auch drei große Glas-Wanderpokale für die Betriebe der Sieger-Azubis gestiftet hat.

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Alle Arbeiten der Wettbewerbsteilnehmer wurden von einer kritischen Jury bewertet. Die Sieger qualifizierten sich in Kall für die Bezirksmeisterschaft des Dehoga Nordrhein in Düren, wo es um die Qualifikation zum Landesentscheid für die Deutsche Jugendmeisterschaft geht.
Dehoga-Geschäftsführer Christoph Becker moderierte den Wettbewerb und interviewte die Azubis Luisa Stolp und Dennis Herchel. Beide bestätigten, dass dieser Wettbewerb eine gute Vorbereitung auf die bevorstehende Prüfung sei. Er habe im Ausbildungsbetrieb noch nie tranchiert oder Kirschen flambiert, gestand Herchel ein: „Ich habe heute noch einiges dazugelernt“.
Mit den Leistungen der Azubis waren Christoph Becker, VSR-Vorsitzender Hans-Josef Rick und CdK-Vorsitzender Markus Schmitz zufrieden. Sieger bei den Köchen wurde Pascal Kupilas vom BG ETEM „Berghof“ in Bad Münstereifel vor Angelique Eckert (ebenfalls Berghof) und Kerstin Schiebahn von der Eifelhöhenklinik Marmagen.
Bei den Restaurantfachkräften siegte Kevin Köhler von der Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung vor Dennis Herchel vom Euskirchener Restaurant „Dalmacija“ und Sabrina Becker vom Landhotel „Kallbachtal“ in Simonskall.
Sieger bei den Hotelfachkräften wurde Magnus Hofmann vom Ameron Parkhotel in Euskirchen vor Luisa Stolp (ebenfalls Ameron Parkhotel) und Petrova Stamerova vom Steakhaus „Büffel“ in Hergarten.
Der Hygienepreis in Form einer Kochjacke wurde der Köchin Dolunay Özkaya aus Düren zugesprochen. Den Pokal der Kreissparkasse Euskirchen für den besten Praktiker überreichte KSK-Vorstandsvertreter Wolfgang Krüger an Pascal Kupilas. Für die beste theoretische Leistung überreichte Wettbewerbsleier Sven Harms den Wanderpokal der Gemeinde Kall an Magnus Hofmann.

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Text und Fotos: Reiner Züll

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